KDFB

Eine politische Katholikin

Annette Schavan hat sich immer für eine Öffnung der Kirche gegenüber den Frauen eingesetzt

Annette Schavan stammt aus dem rheinischen Katholizismus. Geboren ist sie am 10. Juni 1955 in Jüchen bei Neuss. Nach dem Theologiestudium war sie erst Referentin, dann Geschäftsführerin und schließlich Leiterin der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk.

1995 wurde sie Kultusministerin in Baden-Württemberg und 2001 auch Landtagsabgeordnete. Ab 2005 war sie Bundestagsabgeordnete und Bundesbildungsministerin. Dieses Amt gab sie 2013 auf, da ihr der Doktortitel aberkannt wurde. 2014 beendete sie auch ihre Abgeordnetentätigkeit. Innerhalb der CDU hatte sie wichtige Ämter inne, bis 2012 war sie deren Stellvertretende Vorsitzende. Im Juli 2014 trat sie ihren Dienst als Botschafterin der Bundesrepublik beim Heiligen Stuhl an. Fünf Universitäten haben ihr die Ehrendoktorwürde verliehen.

Ehrenamtlich engagierte sich Annette Schavan unter anderem als Vizepräsidentin im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Außerdem war sie von 1991 bis 1999 KDFB-Vizepräsidentin. In ihrer Amtszeit setzte sie sich besonders für eine stärkere Öffnung der katholischen Kirche für Frauen ein. So gehörte sie zu den Initiatorinnen des Internationalen Theologischen Kongresses, der 1997 zum Thema „Diakonat: Ein Amt für Frauen in der Kirche – Ein frauengerechtes Amt?“ in Stuttgart stattfand. Als ZdK-Vizepräsidentin wirkte sie maßgeblich an dem Positionspapier „Dialog statt Dialogverweigerung – Wie in einer Kirche miteinander umgehen?“ mit. Dem Frauenbund ist Annette Schavan immer verbunden geblieben. 2012 sprach sie bei einer zentralen KDFB-Veranstaltung in Ulm anlässlich des „Tags der Diakonin“ ein Grußwort. Damals ermunterte sie die rund 300 Teilnehmer, den dialogischen Weg zu einer partnerschaftlichen und diakonischen Kirche mutig und angstfrei weiterzugehen.  

Autorin: Eva-Maria Gras
aus: KDFB Engagiert – Die Christliche Frau 4/2017

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