KDFB

Das Patenamt

Woher kommt der Begriff „Pate“?
Das Wort „Pate“ kommt vom lateinischen „patrinus“ und bedeutet „Mit-Vater“, „Vater im Geiste“. In der Urkirche war es Aufgabe von Paten, einen erwachsenen Täufling bei der Vorbereitung auf die Taufe (Katechumenat) zu begleiten und bei der Taufe zu bürgen, dass es der Täufling ernst meint mit dem Sakrament. Erst seit dem 5. Jahrhundert dürfen Säuglinge und Kleinkinder getauft werden. Ihre PatInnen hatten bis zum 19. Jahrhundert im Todesfall der Eltern automatisch die Sorgepflicht für das Patenkind.

Welche Aufgaben und Pflichten habe ich als Taufpatin?
Paten bringen ihr Patenkind gemeinsam mit den Eltern zur Taufe, sprechen stellvertretend für den Täufling das Glaubensbekenntnis und bezeugen mit ihrer Unterschrift, dass das Kind das Sakrament empfangen hat. Außerdem verpflichten sich Paten, die Eltern bei der christlichen Erziehung des Kindes zu unterstützen und das Neugetaufte auf seinem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten.

Wann darf ich TaufpatIn werden?
Die katholische Kirche unterscheidet rein kirchenrechtlich zwischen TaufpatInnen und TaufzeugInnen. PatIn kann nur werden, wer einer katholischen Glaubensgemeinschaft angehört. Ein Täufling muss mindestens eine Taufpatin oder einen Taufpaten haben, höchstens aber zwei. Evangelische Christen treten als TaufzeugInnen auf. TaufpatInnen müssen mindestens 16 Jahre alt und getauft und gefirmt oder konfirmiert sein. Eltern und Geschwister können das Amt nicht übernehmen.

Was wird von mir als Taufpatin erwartet?
Sprechen Sie mit den Eltern Ihres künftigen Patenkindes darüber, welche Erwartungen sie an Sie haben und wie Sie selbst Ihr Patenamt ausfüllen wollen. Das betrifft die Vorbereitung für die Tauffeier, die Teilnahme an Familienfesten, Unternehmungen mit Ihrem Patenkind bis hin zur Frage, welche Rolle Sie bei seiner religiösen Begleitung einnehmen sollen. Auch was Geschenke betrifft, ist eine Übereinkunft sinnvoll.

Muss ich in der Nähe meines Patenkindes wohnen (bleiben), um eine gute Patin zu sein?
Nein. Auch über große Entfernungen hinweg lässt sich heute eine vertrauensvolle Beziehung zum Patenkind aufbauen und pflegen. Besonders dann, wenn die Eltern dies aktiv unterstützen – durch gemeinsame Urlaube etwa oder gegenseitige Besuche. Außerdem: Briefe und Karten schreiben, telefonieren, chatten, skypen – Kontakt halten ist heute nicht schwer.

Endet meine Patenschaft mit der Firmung des Kindes?
Nein. TaufpatIn bleibt man nach dem Kirchenrecht ein Leben lang. Auch dann, wenn sich das Patenkind einen anderen Firmpaten wählt. Das Versprechen, den Lebens- und Glaubensweg seines Patenkindes zu begleiten, bleibt bestehen.

Wie kann ich mich auf das Taufpatenamt vorbereiten?
Kirchliche Vorbereitungskurse für Taufpaten gibt es nicht. Ratsuchende wenden sich am besten an die Seelsorger vor Ort. Informationen und Anregungen gibt es auch im Internet unter www.katholisch.de, www.taufe-texte.de

In Verbindung stehende Artikel: